Sage von Pater und Nonne

Am Lenneufer, nahe bei Letmathe an der Straße nach Iserlohn, liegen ein paar senkrecht aus dem Tal aufstehende Kalkfelsen dicht nebeneinander, die man Pater und Nonne nennt.

Über diesen prächtigen, der Menschengestalt nahe kommenden Felsgruppe liegt auf der Höhe des Burgberges eine alte, ringförmige Umwallung. Am Fuße des Berges finden sich mehrere Höhlen, in der eine Menge Knochen von Riesen und riesenhaften Tieren gefunden worden sein soll.

Man erzählt sich, dass vor langer Zeit ein Mönch in einem Kloster gelebt hat, der streitgewaltig war und nichts wissen wollte von der strengen Ordnung im Kloster. Er sei aus seiner Zelle ausgebrochen, habe die geistlichen Drohungen seiner Mitbrüder verlacht und sich mit andern Gesellen ein stattliches Ritterschloss auf dem Burgberg gebaut und darin in Saus und Braus gelebt. Er habe dann um die Liebe einer Nonne geworben, die von ihren Verwandten in einem Kloster eingesperrt lebte, und diese sei ihm mit Freuden in die Burg gefolgt. Beide hätten der Sitte zum Trotz weiter ihre klösterliche Tracht getragen, die aus langen, weißen Gewändern bestand.
Lange Jahre sollen sie auf dem Burgberge in Freuden und Wonne gelebt haben. Als einmal ein Bischof durch den Sprengel zog, sollen sie dem frommen Mann den Weg verlegt haben und ihn sogar, als er ihnen ihr heidnisches Gebaren vorwarf, in die Lenne werfen lassen. Sterbend weissagte der Bischof den Untergang der Frevler, und wirklich, während sie noch unten am Ufer standen und die Worte des Sterbenden verlachten, zog ein Unwetter auf, unter dessen Schlägen das Schloss mit allem, was darin war, in den Boden versank. Die beiden Missetäter, Pater und Nonne, vom Blitz getroffen, wurden zum ewigen Andenken in Stein verwandelt und müssen dort stehen bis an den jüngsten Tag.

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