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Iserlohn ist eine Stadt mit etwa 100.000 Einwohnern in
Nordrhein-Westfalen. Die
heutige Stadt Iserlohn wurde am 1. Januar 1975 im Rahmen der kommunalen
Neuordnung aus den Städten Iserlohn und Letmathe, den Gemeinden Hennen, Kesbern und Sümmern sowie aus Teilen der Stadt Hemer gebildet. Zugleich
wurde Iserlohn in den neu gebildeten
Märkischen Kreis
mit der Kreisstadt Lüdenscheid eingegliedert. Verwaltungstechnisch gehört Iserlohn zum
Regierungsbezirk Arnsberg.
Aufgrund ihrer Lage inmitten von Wäldern wird Iserlohn auch als
Waldstadt bezeichnet.
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Wappen der Stadt Iserlohn |
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Geschichte
Stadtrechte
Iserlohn wurde im Jahr 1150 als Lon in einem Güterregister der Abtei Werden zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Graf Eberhard von der Mark bestätigte 1278 die Stadtrechte, die vermutlich Graf Adolf I. von der Mark im Jahr 1237 verliehen hatte.
Handwerkliche und industrielle Entwicklung
Iserlohn machte vor allem aufgrund seiner handwerklichen und industriellen Entwicklung von sich reden. Die Eisenerzvorkommen um Iserlohn gaben der Stadt ihren Namen (Isern = Eisen und loh = Wald). Der Abbau von Eisenerz und Galmei (Zinkerz) führten früh zur Ansiedlung von metallverarbeitendem Handwerk. Im Spätmittelalter war Iserlohn neben Altena und Nürnberg eines der bedeutendsten Zentren der Drahtherstellung in Deutschland. Weitere Erzeugnisse der Handwerker des mittelalterlichen Iserlohn waren Panzerwaren. Zur damaligen Zeit bezeichnete der Begriff Panzerwaren Rüstungen und Kettenhemden, die von der Zunft der Panzermacher hergestellt wurden. Heute noch erhalten ist ein Kettenhemd des Iserlohner Meisters Bertold vor Porte aus dem 15. Jahrhundert, das im "Royal Armouries Museum" in Leeds (England) ausgestellt wird. Ab dem 17. Jahrhundert wurden unter dem Begriff „Iserlohner Panzerwaren“ Stahl-, Messing und Eisenarbeiten, wie Angeln, Haken, Ösen, Nadeln und ab dem 18. Jahrhundert auch Ketten, vertrieben. Ebenfalls im 18. Jahrhundert begann man mit der Herstellung von Schnallen, einem wichtigen Modeaccessoire jener Zeit. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts produzierten Iserlohner Betriebe mittels eines von dem Kupferstecher Johann Heinrich Giese entwickelten Walzverfahrens mit Ornamenten reich verzierte Tabaksdosen. Obwohl die Tabaksdosen nur in einem Zeitraum von 1755 bis 1777 hergestellt wurden, waren Iserlohner Tabaksdosen weit über die Grenzen Preußens hinaus bekannt. Im 18. und 19. Jahrhundert war Iserlohn eine der größten Industriestädte Preußens. Erzeugnisse aus Iserlohn wurden auf allen Märkten der Welt gehandelt. Iserlohner Kaufleute waren ab dem 19. Jahrhundert im Kommissionshandel aktiv. Erschwert wurde der Handel mit europäischen Partnern ab 1850 durch Zollbeschränkungen. Das Handelshaus Kissing & Möllmann exportierte erfolgreich europäische Waren bis zu Beginn des Ersten Weltkrieges nach Südamerika. Kleinere Häuser bedienten die Märkte in Ostasien und anderen Teilen der Welt.
Das Märkische Sauerland mit den Städten Iserlohn, Altena und Lüdenscheid war im 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts eines der größten Industriegebiete weltweit. Die überwiegend metallverarbeitenden Betriebe kamen aber über die Größe von mittelständischen Unternehmen nie hinaus. Etwa ab Mitte des 19. Jahrhunderts verlor die Region gegenüber anderen Industriegebieten vor allem dem benachbarten Ruhrgebiet immer mehr an Bedeutung.
Dreißigjähriger Krieg
Der kaiserliche Heerführer Lothar Dietrich von Bönninghausen bezog im
Dezember 1633 mitten im Dreißigjährigen Krieg sein Hauptquartier vor den
Toren der Stadt Iserlohn. Er ließ den Iserlohner Bürgermeister Henrich
Duisberg in sein Lager bitten. Während der Unterredung kam es zum Streit.
Duisberg griff zum Degen und wurde daraufhin von einem Soldaten
Bönninghausens erschlagen. Der 1598 in Apricke (Hemer) geborene von
Bönninghausen gestattete seinen Soldaten eine dreistündige Plünderung
Iserlohns. Zusätzlich mussten die Bürger eine Strafe von 80 Pfund Silber
zahlen.
Iserlohner Revolution
Der als "Iserlohner Revolution" bezeichnete Aufstand, der sich gegen die Politik
des preußischen Königs
Friedrich Wilhelm IV.
richtete, begann im Mai 1849 mit der Erstürmung des
Zeughauses. Die Stadt
Iserlohn, damals noch mit mittelalterlichen Mauerringen und Toren
befestigt, wurde von den Aufständischen für die militärische Verteidigung
vorbereitet. Die Barrikaden blieben jedoch unbesetzt, als preußische
Truppen am 17. Mai 1849 die Stadt einnahmen. Erst als
ein tödlicher Schuss auf einen preußischen
Offizier abgegeben wurde, kam es zum Kampf und zur blutigen
Niederschlagung des Aufstandes.
Zweiter Weltkrieg
Aus der jüngeren Geschichte Iserlohns ist zu berichten,
dass Iserlohn am 16. April 1945 vor den Amerikanern kapitulierte und so
von der drohenden Zerstörung verschont blieb.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges überquerten am 7. März 1945 die 9.
US-Armee bei Remagen und am 23. März 1945 britische, kanadische und
US-amerikanische Truppen im Raum Wesel-Dinslaken den Rhein. Am 1. April
1945 trafen die 1. und 9. US-Armee bei Lippstadt zusammen und vollzogen
so die Einkesselung des Ruhrgebiets und Teilen Westfalens. Im Ruhrkessel
befanden sich ca. 350.000 Soldaten der Heeresgruppe B unter Führung des
Generalfeldmarschalls Walter Model. Ein schneller Vorstoß der
86. US-Infanterie-Division am 14. April 1945 auf die Ruhr zu spaltete
den Ruhrkessel. Der Großraum Iserlohn bildete den östlichen Teil des
Ruhrkessels. Hier standen neben der 116. Panzerdivision und zahlreichen
versprengten Truppenteilen die Jagdtigerabteilung
512 unter dem Befehl des Hauptmanns Albert Ernst.
Der Jagdtiger galt als eine der Wunderwaffen der
Nazis, mit deren Hilfe Adolf Hitler seine Armeen, trotz der
aussichtslosen Lage, zum Endsieg führen wollte. Der überzeugte Soldat
und Ritterkreuzträger Albert Ernst, den man den "Tiger von Wizebsk“
nannte, weil er in Kämpfen bei Wizebsk (Wizebsk ist eine Stadt in
Weißrussland nahe der Grenze zu Russland) an einem Tag vierzehn
russische Panzer abgeschossen haben soll, hat nach seiner Aussage auf
eigene Initiative hin Verhandlungen mit amerikanischen Einheiten
aufgenommen, um dem Feind die Stadt Iserlohn kampflos zu übergeben.
Anderen Berichten zur Folge hatte eine Gruppe Iserlohner Bürger
um den Polizeimajor Otto Perl ihn zur Aufgabe überreden müssen. Einen Tag
zuvor am 15. April hatte der Kommandant des LIII. Korps Generalleutnant
Fritz Bayerlein als Verantwortlicher für den östlichen Ruhrkessel
kapituliert. General Büchs, Kampfkommandant von Iserlohn, erhielt den
Befehl Iserlohn nicht zu verteidigen. Eine weitere Kapitulation wäre
nicht nötig gewesen. Trotz der Millionen Toten des Krieges und der
unvorstellbaren Leiden der Zivilbevölkerung, der Flüchtlinge, Soldaten,
Kriegsgefangenen, Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen hielt der Hauptmann
Albert Ernst es für wichtig, sich den amerikanischen Truppen öffentlich
und in Ehren zu ergeben. Die Kapitulation fand am 16. April 1945 auf dem
Schillerplatz statt und beendete den Zweiten Weltkrieg für Iserlohn.
Wirtschaft
Wichtigste Wirtschaftszweige in
Iserlohn sind die Metallindustrie, die metallverarbeitende Industrie, die
chemische Industrie und
der Maschinenbau.
Politik
Am 30. August 2009 wählten die Iserlohner Bürger und Bürgerinnen
Dr. Peter Paul Ahrens (SPD) mit 35,8 % der Stimmen zum hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt
Iserlohn. Der Rat der Stadt Iserlohn wählte am 27. Oktober 2009 Thorsten Schick (CDU) zum ersten stellvertretenden
Bürgermeister, Michael Scheffler (SPD) zum zweiten stellvertretenden Bürgermeister und Harald Eufinger (Bündnis 90/Die Grünen) zum dritten stellvertretenden Bürgermeister.
Ergebnis der Kommunalwahlen 2009 Iserlohn (gesamt)
|
CDU |
SPD |
Bündnis
90/
Die Grünen |
F.D.P |
Die Linke |
UWG |
NPD |
|
37,0 % |
31,9 %
|
9,8 % |
8,8 % |
5,6 % |
4,9 % |
1,9 % |
ehemaliges Stadtgebiet Letmathe
|
CDU |
SPD |
Bündnis
90/
Die Grünen |
F.D.P |
Die Linke |
UWG |
NPD |
|
38,1 % |
31,5 %
|
11,0 % |
6,9 % |
5,2 % |
5,3 % |
2,0 % |
Sitzverteilung im Rat der Stadt Iserlohn
(50 Sitze)
.
| CDU |
SPD |
Bündnis
90/
Die Grünen |
F.D.P |
Die Linke |
UWG |
NPD |
| 19
Sitze
|
16
Sitze
|
5 Sitze
|
4 Sitze
|
3 Sitze |
2 Sitze
|
1 Sitz |
Die nächsten Kommunalwahlen finden im Jahr 2014 statt.
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Stadt Iserlohn
Internet: www.iserlohn.de
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Donnerstag 8.00 - 18.00 Uhr
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und nach Terminabsprache
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