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Die Hagener Straße – ein
kurzer Abriss ihrer Geschichte
Von
Katja
Hofbauer, M.A
Die Hagener Straße, heute die
Haupteinkaufsstraße Letmathes, ist aus dem Lennestädtchen
nicht mehr wegzudenken. Und doch ist sie – gemessen an der
mehr als 960-jährigen Geschichte der Stadt – eine recht
junge Straße.
In alter Zeit dominierte die uralte Königsstraße, von
Limburg kommend und nach Oestrich führend, den Verkehr im
Dorf. Diese Straße wurde ab 17821
auch als Postweg genutzt. Die heutige Hagener Straße kürzt
diesen Zickzack ab und führt ein Stück parallel zur alten
Straße, um dann Richtung Grüne abzubiegen. Die heutige
Hagener Straße ist also geradliniger als ihre Vorgänger und
ist tatsächlich eine relativ junge, künstlich angelegte
Straße, die nur teilweise mit den alten Wegen übereinstimmt.
Der Zustand der alten Straße war schlecht, im Frühjahr und
Herbst war sie kaum passierbar. 1790 unterbreitete die
limburgische Kanzlei dem Landesherren Fürst Moritz Casimir
zu Bentheim-Tecklenburg den Antrag zum Ausbau der Verbindung
nach Iserlohn, da diese Straße „eine der frequentiertesten
ganz Deutschlands“2
wäre. 1797 und 1800 erneuerte die Kanzlei diese Anträge, die
Generaldirektion in Berlin handelte allerdings nicht – die
Regierung war durch die Kriege gegen Frankreich zu sehr
abgelenkt. Auch die Landstände, besonders der Freiherr von
Brabeck, verhinderten zunächst den Ausbau. 1803 fand erneut
in Limburg eine Sitzung in Sachen Chausseebau statt und 1805
teilte „die Kanzlei dem Grafen in Rheda mit, dass nach einem
Schreiben der Kriegs- und Domänenkammer zu Hamm vom 27.
Dezember 1803 die Anlage der geplanten Chaussee sehr
wahrscheinlich sei und nur die Frage der Geldbeschaffung
noch zur Erörterung stehe.“3
Doch dann marschierten die Franzosen in Westfalen ein und
besetzten es, der Chausseebau verzögerte sich erneut. Erst in
der Zeit der französischen Besatzung wurde der Bau der
Kunststraße begonnen, der Freiherr vom Stein hatte wohl
maßgeblich dazu beigetragen.4
1807 heißt es in einer Urkunde: „Ihre Hochgr. Gnaden und die
Stände der hiesigen Grafschaft sind in dem letzten Landtage
einsgeworden, dass auf Landeskosten und –kredit zwischen
Hagen und Hemer eine Chaussee durch die Grafschaft Limburg
angelegt (...) solle.“5
Ein wichtiger Grund für den Neubau dieser Kunststraße: Es
gab immer mehr durchfahrende Schnellpostwagen, die nicht nur
die Post transportierten, sondern auch Personen beförderten.
Dazu wurden gute Straßen benötigt. Seit Beginn des 19.
Jahrhunderts wurden deshalb verstärkt Straßen in Westfalen
gebaut. Da viele Postkutschen ihren Weg über die
Posthalterei Schlünder in Wimbern (als einer der
bedeutendsten Posthaltereien im Bereich der
Oberpostdirektion Arnsberg6)
nahmen, liefen dort auch viele Straßen zusammen. Unter
anderem eben jene Hagen-Wimberner-Chaussee, die ein
Stückchen durch Letmathe führte. Offiziell führte sie im 19.
Jahrhundert den Namen Barmen-Hagen-Wimberner
Provinzialstraße.
Vom Frühjahr 1808 an wurde also – unter Franzosenherrschaft
– dieser Straßenbau vollendet. Gebaut hat die Straße der
großherzoglich- bergische Staat – der junge Großherzog war
ein Neffe Napoleons.7
1812 war die Straße in Letmathe einigermaßen fertig. Richtig
fertig gestellt wurde die Chaussee dann bis ins Jahr 1813
hinein,8 einige
Arbeiten zogen sich – besonders im Teilstück zwischen Hagen
und Menden – bis 1820 hin.9
Beim Ausbau der Straße wurden einige Teilstrecken anders
verlegt: „Bis
Letmathe kam nur eine teilweise Verlegung der Straße in
Frage, daneben selbstverständlich eine umfassende
Verbreiterung und Befestigung. Im weiteren Verlauf sollte
die Linie nicht der alten Poststraße folgen, sondern durch
das Tal der Grüne gelegt werden, das bisher dem
durchgehenden Verkehr verschlossen war. Am Eingang des
Grünetals würde dann die Straße nach Altena abzweigen, um
die weitere Benutzung des schwierigen Höhenweges unnötig zu
machen.“10
Die neue Straße hieß in Letmathe zunächst „Chaussee nach
Iserlohn“ oder „Limburger Chaussee“, 1904 erst bekam sie im
Ort den offiziellen Namen „Hagener Straße“. Offiziell war
sie Teil einer Staatsstraße, der Reichstraße 7, später
Bundesstraße 7. Die Hagener Straße, die anfangs nur ein
Verbindungsweg mit überregionaler Bedeutung und weniger ein
Verkehrsweg innerhalb des Ortes war, entwickelte sich im 19.
und 20. Jahrhundert zur Hauptstraße Letmathes.
Das wirtschaftliche Zentrum Letmathes war zunächst – wie
bisher - der „Alte Markt“, der Platz an der Kreuzung Hagener
Straße / Schwerter Straße. Das war der Knotenpunkt zweier
wichtiger Handelsstraßen, kein Wunder, dass sich an diesem
Platz zahlreiche Gaststätten (zum Beispiel Schmale, Humpert
und Pieper) im Laufe der Jahrhunderte ansiedelten. Das
Zentrum des alten Dorfes verlagerte sich aber nach dem Bau
der Hagener Straße langsam weiter in Richtung des heutigen
Bahnhofs – erst recht, nachdem die Eisenbahnlinie ab 1859
ihren Weg durch Letmathe fand. Ein Grund für die
Verschiebung des Zentrums war auch die zunehmende Bebauung
des Gebietes nördlich der Hagener Straße – Land, das der
Herr von Haus Letmathe, Carl Overweg, als Bauland zur
Verfügung stellte. Teile der heutigen Innenstadt stehen auf
dem ehemaligen Hofkamp von Haus Letmathe.
Das älteste Haus an der Hagener Straße war natürlich Haus
Letmathe. Auch viele Häuser im oberen Teil – wie etwa die
Gaststätten Humpert und die noch heute existierenden
„Altdeutsche Bierstuben“ - waren sehr alt. Anders auf dem
unteren Teil: „Auf der Strecke zwischen der heutigen
Bahnhofsstraße und der heutigen Straße ,Alter Markt’ ist
noch kein einziges Haus eingezeichnet, wie aus einer Karte
aus dem Jahr 1821 ersichtlich ist. Das älteste Haus an der
Südseite der Hagener Straße dürfte das Haus von Uhren Krämer
sein, das 1835 von Engelbert Korte erbaut wurde und bis zum
Jahr 1937 im Besitz der Familie Korte blieb. Ebenso alt war
das Haus der Familie Brauckhage, das im Jahr 1934
abgebrochen wurde. An seiner Stelle errichtete Franz
Kurzhöfer ein modernes Geschäftshaus. Zu den ältesten
Häusern an der Südseite der Hagener Straße gehörte ferner
ein kleines Haus, das 1954 abgebrochen wurde, um einem
Neubau des Café Schmale Platz zu machen. Auf ein hohes Alter
können zwar auch einige der anderen Gebäude zurückblicken;
der ,Bauboom’ aber setzte erst um die Jahrhundertwende ein,
als die Südseite zum Herzstück der Geschäftsstraße Hagener
Straße wurde. Diese Vorrangstellung behielt sie viele
Jahrzehnte, bis vor rund 20 Jahren eine intensive
Geschäftshaus-Bebauung der Nordseite einsetzte.“11
Bis Anfang des 20. Jahrhunderts reichten im nördlichen Teil
Letmathes die Wiesen und Felder noch bis an die Hagener
Straße, eine Böschung bildete die Grenze.
1868 erhielt die Hagener Straße als erste Straße in Letmathe
eine Straßenbeleuchtung. Es wurden Laternen, deren Pfähle
von Carl Overweg bezahlt wurden, aufgestellt.12
Im Jahr 1900 wurde dann ein Bürgersteig („Trottoir“) durch
das Letmather Tiefbaugeschäft Friedrich Wilhelm Kathagen
errichtet.13
Ab 1901 wurden die Straßenbahnschienen durch die Straße
gelegt: „Am 3. März 1901 wurde ein Streckenteilstück der
Linie 1, von Letmathe-Iserlohn/Ostbahnhof, und kurz darauf
am 10. März die 3,2 Kilometer lange Abzweigstrecke von
Grüne/Ellebrecht – Nachrodt dem Verkehr übergeben.“14
Die Stromleitungen über dem Schienenverlauf bestimmten das
Straßenbild über Jahrzehnte hinweg ein gutes Stück mit.
1903 wurde das Amt Letmathe-Oestrich gebildet, die
Amtsverwaltung war zunächst im Haus Bormann an der Hagener
Straße untergebracht.15
Das Rathaus wurde dann zwischen 1903 und 1904 an der Hagener
Straße gebaut.
Im August 1907 wurde die Genehmigung zur Verlegung von
Elektrizitäts-Kabeln innerhalb der Bürgersteige der Hagener
Straße erteilt.16 Im
Laufe der Jahre wurden die Trottoirs arg belastet, 1911
waren die Bürgersteige zu stark beschädigt und mussten
instand gesetzt werden. Die Hemeraner Firma Adolfs erhielt
den Zuschlag, was innerhalb der Letmather Bürgerschaft für
Unmut sorgte.17
Im Jahr 1908 war die Pflasterung der Fahrbahn Hagener Straße
so schlecht, dass sie nach einhelliger Meinung eine Gefahr
für Leben und Eigentum darstellte. Besonders die Gleise der
Straßenbahn hätten, so die Bürgerschaft, daran Schuld. Und
schnell erklärte sich auch die Westfälische Kleinbahn, wie
der Vorläufer der Iserlohner Kreisbahn und der MVG damals
hieß, bereit, den Schaden auszubessern.18
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1913 baute Hermann Wrede ein neues Haus an der oberen
Hagener Straße. Daraufhin musste ein Stück des Kanalsystems
erneuert werden. Man setzte einen Vertrag zwischen Hermann
Wrede, der politischen Gemeinde und dem Rittergutbesitzer
Fritz Overweg auf, um die Kosten dafür zu regeln.19
Zwischen 1887 und 1930 wurde der untere Teil der Hagener
Straße immer weiter ausgebaut. Das funktionierte Ende der
20er Jahre vor allem deshalb sehr gut, weil es Pläne der
Westfälischen Kleinbahn zur Verlegung eines zweiten Gleises
auf der “Barmen-Hagen-Wimberner Provinzialstraße“ wegen des
gesteigerten Verkehrsaufkommens gab. Auch die Gemeinde und
der Bürger- und Verkehrsverein begrüßten dieses Vorhaben.
Der Verein schlug vor, den Fahrdamm um 11/2 Meter auf der
Südseite zu verbreitern, um Raum für das Doppelgleis zu
schaffen, das dann inmitten der Straße liegen würde. Ein
großer Vorteil für die Gemeinde wäre es, dass dann
gleichzeitig auch der Bürgersteig saniert werden könnte. In
den folgenden Jahren gab es Streit wegen der Kosten, doch
als man 1928 angesichts des hohen Verkehrsaufkommens sogar
überlegte, die Hagener Straße in Richtung Iserlohn in eine
Einbahnstraße zu verwandeln, nahmen die Pläne immer
konkretere Formen an. Der Vorschlag sah dann so aus, dass
die Straße insgesamt auf elf Meter verbreitert werden
sollte. Die Westfälische Kleinbahn sollte 4,5 Meter
unterhalten, die Gemeinde sollte den Grunderwerb und die
Kosten für den Bürgersteig und andere Bauarbeiten tragen.
Eine Folge war dann, dass einige der kleinen „Mäuerkes“ vor
den Häusern verschwinden mussten. Die kleinen Mäuerchen
dienten der Abgrenzung vor den Häusern. Diese vorspringenden
Einfriedungen mussten bei den Häusern Homberg, Vieler,
Schreiber und Steinschulte zurückgesetzt werden. An den
Besitzungen Willmes und Koppel mussten Freitreppen beseitigt
werden.
Zwischen 1925 und 1929 erhielt auch der obere Teil der
Hagener Straße im Bereich des Krankenhauses eine
Pflasterung.20 Das
zweite Gleis wurde dann gebaut, es verlief von den
Gaststätten Erbeling bis Steinschulte.
1928 verlegte man Gasversorgungsleitungen in der Straße.
Kleine Holzbrücken sorgten dafür, dass die Fußgänger während
der Bauarbeiten über die hochgebockten Rohre hinweg die
andere Straßenseite erreichen konnten.21
Im Jahr 1929 wurden die Laubbäume im nördlichen Teil der
Straße gefällt.
Während der Nazi-Zeit wurde die Hagener Straße 1937 in
„Adolf-Hitler-Straße“ unbenannt, was nach dem Kriegsende
1945 wieder rückgängig gemacht wurde. Sie war Teil der
Reichsstraße 7.
1935 wurde der Hauptsammelkanal der Hagener Straße von der
Friedhofstraße bis zum alten Friedhof verlängert. Die
Letmather Firma Dietrich Laurenzis Baumaterialien lieferte
das Material im Oktober 1935, ebenso die Letmather
Eisengießerei und die Maschinenfabrik Schütte, Meyer & Co.
Die Arbeiten nahm die Firma Aloys Leonard Hoch- und Tiefbau
aus Letmathe vor.
Im Laufe der Jahre wandelte sich durch diese baulichen
Maßnahmen die dörfliche Idylle der Hagener Straße. Um 1938
wurde zunächst eine Ferngasleitung verlegt, die Bauarbeiten
zogen die Straße sehr in Mitleidenschaft, sie musste mal
wieder ausgebessert werden.22
Ab 1948 – in der Zeit des Wirtschaftswunders – wurde das
Gesicht der Straße weiter modernisiert. Werner Weber: „Die
Bebauung wurde stärker und fast lückenlos reihten sich die
Häuser aneinander.“23
Auch die Schaufensterscheiben wurden vergrößert, manches
altes Haus wurde dadurch in der unteren Etage hochmodern,
während die darüber liegenden Etagen noch Fachwerk- oder
Jugendstilelemente zeigten. Der Verkehr, der schon längst
von Pferdekutschen auf Autos umgestellt war, wurde zudem
immer dichter, „so dass man zunächst mit markierten
Fußgänger-Überwegen“24
das Überqueren der Straße sicherer machte.
1956 war die Hagener Straße mittlerweile sogar 15 Meter
breit.25 1957 fand
eine Verkehrszählung statt. „Vor zwei Jahren wurden an einem
Tag zwischen 7 und 21 Uhr 9513 Fahrzeuge aller Art gezählt.
Inzwischen ist die Zahl bereits auf 10 906 Fahrzeuge an
einem Tag gestiegen. Das bedeutet also, dass
durchschnittlich alle 4 ? Sekunden etwa ein Fahrzeug über
die Hagener Straße fährt und damit einen erhebliche
Verkehrsdichte, einen zu verschiedenen Zeiten fast
lückenlosen Fahrzeugstrom!“26
1959 endete die Straßenbahn-Ära, die Strecke wurde in der
Silvester-Nacht stillgelegt.27
1963 wurde die mittlerweile stillgelegte
Gas-Versorgungsleitung aus der Straße herausgenommen. Ein
mächtiges Kanalrohr trat an ihre Stelle.28
1965 wurde die Straße erneut umgestaltet, neue Markierungen
wurden angebracht, Rohre verlegt und die Bäume mit der
runden Krone wurden abgeholzt. Das Kopfsteinpflaster wurde
zudem entfernt und neue Gehwege angelegt. Ferner wurde die
Mauer vor Haus Letmathe abgerissen, ebenso die Besitzung
Hagener Straße 44 bis 46 (Schneider Wilms). Ab Juli 1966
konnten Fußgänger durch Ampeln geschützt die Straße
überqueren.29 Im
selben Monat führte man auch eine „grüne Welle“ bei den
Ampeln der Straße ein.30
In den 60er Jahren stellte man Parkuhren in der Straße auf.
Ab August 1971 gab es verstärkt Bemühungen, die Straße zum
fahrzeugfreien Einkaufszentrum umzuwandeln. Regelmäßig
meldete damals der Verkehrsfunk an Feiertagen
Verkehrsstockungen „im Raum Letmathe auf der B 7/236“. Schon
an normalen Tagen quälten sich 20.000 Fahrzeuge durch die
Hagener Straße.31
Doch die Pläne zur Entlastung der Innenstadt wurden nur
langsam und nur zum Teil umgesetzt.
Ab 1974 erhielt die Hagener Straße ein komplett neues
Gesicht: Es fielen am Alten Markt viele Häuser dem
Straßenbau zum Opfer, um die Kreuzung zu verbreitern. Zuerst
wurden die Geschäfte „Herrensalon Schröder“, „Lebensmittel
Kurz“ und „Bäckerei Röhre“ abgerissen, 1976 folgten der
Gasthof „Deutsches Haus“ (Liese), die Besitzung Brieden und
die Gaststätte Humpert. Als letztes Haus wurde 1983 die
Metzgerei Schlüter abgebrochen. Zudem wurden zwischen
Schwerter Straße und Bahnhofsstraße die Straßenbäume zwecks
der Anlage von Parkplätzen gefällt.32
Auch wenn durch die Baumaßnahmen ein Stück alte Hagener
Straße verloren ging: Die Neuordnung des Alten Marktes sowie
der Bau der Umgehungsstraße an der Lenne entlang und der Bau
der Autobahn entlasteten die Hagener Straße enorm, das
Verkehrsaufkommen war in den 60-er und 70-er Jahren sehr
groß gewesen.
1986 wurde erneut an der Hagener Straße gebaut, diesmal
wurde in dem Bereich zwischen Schwerter Straße und
Bahnhofsstraße eine Fußgängerzone eingerichtet. Zum Teil
konnte die Hagener Straße aber auch weiterhin befahren
werden, allerdings als Einbahnstraße (von unten bis zur
Einmündung Marienstraße und von oben über die Marktstraße
hinein und über die Marienstraße wieder heraus) und nur im
Schritttempo. Am Alten Markt wurde die Straße komplett für
die Ein- und Ausfahrt geschlossen, man bildete dabei
sozusagen auch eine Barriere zwischen dem historischen
Zentrum Letmathes und dem neuen Ortskern. Im ganzen, 1987
gestalteten Fußgängerzonen-Bereich wurden zudem wieder
Straßenbäume gepflanzt.33
Auch wurden die – ohnehin eigentlich schon recht breiten –
Bürgersteige weiter vergrößert.34
1988 feierten die Letmather „175 Jahre Hagener Straße“ mit
einem Straßenfest und einem Sonderdruck der Letmather
Nachrichten.
Vor einigen Jahren wurden die Parkuhren abgeschafft, seitdem
gibt es Parkautomaten.
Im August 2003 wurden im unteren Teil der Hagener Straße
(Höhe Adler-Apotheke) einige Parkplätze schräg angeordnet.
Das waren schon Vorbereitungen für Pläne der
Stadtverwaltung, die Straße von einer Schritttempo-Zone in
einen „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ umzuwandeln. Im
Januar 2004 war es dann soweit: Jahrelang durfte bis dahin
zwischen dem „Alten Markt“ und den „Poststuben“ nur
Schritttempo gefahren werden, nun änderte sich das: Die
Straße wurde zum „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“, von
da ab herrschten zwei Tempozonen an der Hagener Straße.
Zwischen Dierkes und den „Poststuben“ darf (höchstens) Tempo
20 gefahren werden. Für den Einbahnstraßenbereich zwischen
Dierkes und „Alter Markt“ wurde eine Höchstgeschwindigkeit
von 10 km/h angeordnet.35
Die Hagener Straße ist in fast 200 Jahren zum Mittelpunkt
Letmathes geworden. Hier findet man die wichtigsten Banken,
das alte Rathaus mit der Polizeistation, das Krankenhaus und
Haus Letmathe. Auch die liebevoll im Volksmund „Dom“
genannte Kilianskirche prägt – auch wenn sie ein Stück
abseits der Hagener Straße steht – das Straßenbild enorm
mit. Viele Umzüge und Veranstaltungen (Schützenfestzüge,
historischeFestzüge, Militäraufmärsche, religiöse
Prozessionen, Märkte) hat die Straße erlebt, das
bürgerschaftliche Leben spielte sich zu einem sehr großen
Teil auf ihr ab.
1
Letmather Nachrichten (Hrsg.): Letmathe 950 Jahre. Letmathe,
1986. S. 27. Auch in: 250 Jahre Postgeschichte in
Jahresdaten. In: Förderkreis Iserlohner Museen (Hrsg.):
Jahresschrift 1983. Iserlohn, 1983. S. 101 – 102.
2 Originaldokument im Fürstlichen Archiv zu Rheda. Zitiert
bei: Esser, Hermann: Heimische Straßengeschichte. 1. Die
Chaussee von Hagen nach Iserlohn. In: Heimatblätter für
Hohenlimburg und Umgegend.7.Jahrgang, Heft Nr. 8. August
1933. S.115. Ebenfalls zitiert bei: Lürmann, Werner:
Wegezoll und Brückengeld, Straßenverhältnisse und Postwesen
in der Grafschaft Limburg im 18.Jahrhundert. In:
Heimatblätter für Hohenlimburg und
Umgegend.16.Jahrgang,1955. Nr.1.S.3.
3 Esser, Hermann: Heimische Straßengeschichte. 1. Die
Chaussee von Hagen nach Iserlohn. In: Heimatblätter für
Hohenlimburg und Umgegend. 7. Jahrgang, Heft Nr. 8. August
1933. S. 118/119.
4 Lürmann, Werner: Wegezoll und Brückengeld,
Straßenverhältnisse und Postwesen in der Grafschaft Limburg
im 18. Jahrhundert. In: Heimatblätter für Hohenlimburg und
Umgebung. 16. Jahrgang, 1955. Nr. 1. S. 2.
5 Bornefeld, Paul: Aus der Geburtsstunde der Bundesstraße 7.
In: Heimatblätter für Hohenlimburg und Umgebung.
29.Jahrgang, Heft Nr. 2, Dezember 1968, S.240.
6 Siehe Breithaupt, H.: Poststation Wimbern 1816-1870. In:
Verein für Geschichte und Heimatpflege Wickede (Ruhr)
(Hrsg.): Information für Heimatfreunde. Ausgabe Juni 1991,
Heft Nr. 17. Auch in: Gesellschaft für Deutsche
Postgeschichte (Hrsg.): Postgeschichtliche Blätter.
Bezirksgruppe Dortmund. April 1962.
7 Letmather Nachrichten (Hrsg.): Letmathe 950 Jahre.
Letmathe, 1986. S. 28.
8 Letmather Nachrichten (Hrsg.): 175 Jahre Hagener Straße.
Sonderdruck. Letmathe, 1988.
9 Bönemann, Theo: Post im Sauerland. Menden, 1993. S. 77.
10 Esser, Hermann: Heimische Straßengeschichte. 1. Die
Chaussee von Hagen nach Iserlohn. In: Heimatblätter für
Hohenlimburg und Umgegend. 7. Jahrgang, Heft Nr. 8. August
1933. S. 117/118.
11 Weber, Werner: An der Chaussee entstand ein modernes
Einkaufszentrum. In: Letmather Nachrichten. 3. September
1986.
12 Letmather Nachrichten (Hrsg.): 950 Jahre Letmathe.
Letmathe, 1986. S. 39.
13 Stadtarchiv Iserlohn. Bestand Letmathe C1, Nummer 1040.
14 Müller, Peter / Stalp, Günter: Unsere gute alte
Straßenbahn. Iserlohn, 1996. S. 11.
15 Letmather Nachrichten (Hrsg.): 175 Jahre Hagener Straße.
Sonderdruck. Letmathe, 1988.
16 Stadtarchiv Iserlohn. Bestand Letmathe C1, Nummer 358.
17 Stadtarchiv Iserlohn. Bestand Letmathe C1, Nummer 1040.
18 Zeitungsartikel und Brief der Westfälischen Kleinbahn im
Stadtarchiv Iserlohn, Bestand Letmathe C1, Nummer 176.
19 Stadtarchiv Iserlohn. Bestand Letmathe C1, Nummer 1040.
20 Stadtarchiv Iserlohn. Bestand Letmathe C1, Nummer 1040.
21 Iserlohner Kreisanzeiger. 1. Mai 1963.
22 Letmather Nachrichten (Hrsg.): 175 Jahre Hagener Straße.
Sonderdruck. Letmathe, 1988.
23 Werner Weber: Hagener Straße spiegelt das Gesicht der
Stadt. In: Letmather Nachrichten. 19. Oktober 1957.
24 Letmather Nachrichten (Hrsg.): 175 Jahre Hagener Straße.
Sonderdruck. Letmathe, 1988.
25 Letmather Nachrichten (Hrsg.): Schönes Letmathe im
Sauerland. Strukturbild einer jungen, aufstrebenden Stadt.
Letmathe, 1956. S. 84.
26 Letmather Nachrichten. 19. Oktober 1957.
27 Müller, Peter / Stalp, Günter: Unsere gute alte
Straßenbahn. Iserlohn, 1996. S. 147.
28 Iserlohner Kreisanzeiger. 1. Mai 1963.
29 Stadt Letmathe (Hrsg.): Stadt Letmathe 1956 – 1971.
Letmathe, 1071. S. 26.
30 Iserlohner Kreisanzeiger. 27. Juli 1966.
31 Stadt Letmathe (Hrsg.): Stadt Letmathe 1956 – 1971.
Letmathe, 1071. S. 26.
32 Letmather Nachrichten (Hrsg.): 950 Jahre Letmathe.
Letmathe, 1986. S. 30.
33 Letmather Nachrichten (Hrsg.): Letmathe 950 Jahre.
Letmathe, 1986. S. 30.
34 Letmather Nachrichten (Hrsg.): 175 Jahre Hagener Straße.
Sonderdruck. Letmathe, 1988.
35 Iserlohner Kreisanzeiger. 19. Januar 2004.
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